Lustige Wesen tummeln sich in der iTunes-Rangliste der beliebtesten kostenlosen Apps: Zwischen Anwendungen für Nachrichten, Wetter und Sport kann man Hunde anrufen, Giraffen küssen und freche Kater ohrfeigen. Der App-Anbieter OutFit7 Ltd. hat sich vor allem auf Animationen mit dem Titel „Sprechende Freunde“ spezialisiert und bietet Kindern und Junggebliebenen jetzt auch für iPad und iPhone alles, was das Herz eines fürsorglichen Heranwachsenden begehrt. Wir haben einige dieser ungewöhnlichen Apps genauer unter die Lupe genommen:

Sprechender Kater TomDer sprechende Kater Tom ist bereits in der 2. Version erhältlich und gilt als erfolgreichster „Schlager“ dieser App-Reihe. Man kann Tom streicheln, mit Kissen bewerfen, am Schwanz ziehen oder ihm Sätze sagen, die er exakt wiedergibt. Wer sich über ihn ärgert, kann ihm aber auch über andere Tasten eine ordentliche Backpfeife mitgeben. Fans der „Talking Friends“-Reihe werden Tom mögen – und versuchen, die häufig störenden Werbefenster zu ignorieren, die vor allem auf dem iPhone besonders viel Platz beanspruchen können.

Sprechender Hund BenToms Gegenpart ist der sprechende Hund Ben, der als „Chemieprofessor im Ruhestand“ angekündigt wird und seine zweifelhaften Manieren (vor allem am Mittagstisch) in einer eigenen gratis App zum Besten gibt. So können auch mit ihm per Knopfdruck unterschiedliche Dinge ausgeführt werden. Besonders erwähnenswert sind hier vor allem seine explosiven Experimente im Chemielabor.

Sprechende Giraffe GinaIm Vergleich zu Ben und Tom ist die sprechende Giraffe Gina schon deutlich anspruchsvoller in der Handhabung. Zwar hat sie auch die „Begabung“, alles nachzusprechen, was der Nutzer ins Gerät spricht, doch wenn sie nicht täglich gepflegt und mit Getränken versorgt wird, hat man schließlich ein ziemlich trauriges und unterernährtes Geschöpf auf seinem iPad. Bei dauerhafter Nahrungszufuhr werden allerdings vor allem die Eltern der kleinen Nutzer finstere Mienen bekommen: Wer Gina mit Erdbeeren oder Eis füttern will, muss mit weiteren in-App-Käufen und hohen Kosten rechnen, denn sonst stößt man beim Spaß mit dem virtuellen Tier schnell an seine Grenzen.

Sprechender Roboter RobyDiese Probleme gibt es beim sprechenden Roboter Roby zumindest nicht auf dem ersten Blick. Robys Fähigkeiten liegen vor allem auf dem Gebiet des Hip Hop-Tanzes. Neben drei angebotenen und eigenwilligen Tanzstilen wiederholt er nicht nur robotergetreu die Sätze des iPad-Nutzers, sondern erkennt auch die über Tastatur eingegebenen Wörter. Damit ist garantiert für lange anspruchslose Unterhaltung gesorgt.

Sprechende Bakterien John, John & JohnUnd nicht zuletzt mit den sprechenden Bakterien John, John & John lässt sich gleichfalls hervorragend die Zeit totschlagen, sofern man nach Gina, Tom, Ben und Roby nicht mehr viel Neues erwartet. Eindrucksvoll ist die Sprachwiedergabe der blauen Batterie im Chor, schnell langweilig die ewig gleichen Fütterungs- und Berührungs-Prozeduren und ärgerlich – wie auch bei fast allen anderen Apps der Serie – die manchmal nervigen Werbeeinblendungen.

Fazit: Die Reihe „Sprechende Freunde“ ist derart populär, dass es von OutFit 7 regelmäßig weitere Neuzugänge im Streichelzoo der plaudernden iPad-Animationen gibt: der sprechende Igel Harry, der sprechende Vogel Larry oder das sprechende Baby Hippo sind inzwischen auch mit von der Partie. Reizvolle Graphiken und belustigende Effekte werden ihre Wirkung auf junge App-Nutzer nicht verfehlen. Aber auch jede Konversation mit virtuellen „Gesprächspartnern“ hat ihre Grenzen und der Konsument bald alles einmal durchprobiert. Dann müsste man auf die Premium-Versionen mit deutlichen Zusatzkosten zurückgreifen. Denn auch Tom, Roby und Gina machen eben nicht alles ohne Geld.