Geodatenerfassung: Apple um Schadensbegrenzung bemühtDie Entdeckung zweier Software-Entwickler, die vor einer Woche bekannt wurde, hat mittlerweile einen handfesten Skandal um die mutmaßliche Erfassung von User-Geodaten durch Apple ausgelöst. Alasdair Allan und Pete Warden hatten herausgefunden, dass Apples iPhone und iPad 3G praktisch Geodaten ihrer Besitzer aufzeichnen und zwar nicht nur für wenige Tage, sondern für den gesamten Zeitraum seit der Aktualisierung auf iOS 4.0 im Juni 2010. Die Daten werden jeweils auf dem Gerät und per Synchronisierung auch auf dem Mac oder PC des Besitzers in einer Datenbank gespeichert. Mit dem von Allan und Warden bereitgestellten Tool iPhone Tracker können die Daten ausgelesen und auf einer Karte visualisiert werden.

Dass Geräte den Standort ihrer Nutzer ermitteln, ist nichts Neues. Diese Funktion wird etwa beim Einsatz von Navi-Apps verwendet. Die langfristige Speicherung der Daten über Monate hinweg jedoch machte die Sache zum Skandal. Die Speicherung endet auch keineswegs mit dem Kauf eines neuen Geräts: wenn der User sein neues Gerät synchronisiert, werden auch die Geodaten übertragen und die Datenbank wird weitergeführt. Datenschützer aus aller Welt erklärten, die Datenerhebung sei ein Eingriff in die Privatsphäre der User. Daten zu speichern sei nur zulässig, wenn diese für einen nachvollziehbaren Zweck benötigt würden und auch nur für den Zeitraum, in dem sie benötigt würden. Ein Zweck für die Speicherung der Daten ist indes nicht erkennbar.

Apple erklärte nun in einer Stellungnahme, es handele sich keineswegs um Bewegungsprofile. Es würden lediglich Informationen über WiFi-Netze und Mobilfunkmasten erhoben, die der für bestimmte Features benötigten Lokalisierung dienten. Eine solche Ortserfassung kann schneller und energiesparender erfolgen als via GPS. Die Daten würden in anonymisierter Form an Apple weitergeleitet und seien lediglich Teil einer großen Datenbank über Funknetze. Dass der derzeitige Zustand nicht akzeptabel ist, erkennt Apple dabei an. Der Konzern, der stets Wert darauf legt, sich als Vorreiter in Sachen Datenschutz zu präsentieren, kündigte Updates an, mit deren Hilfe das Problem zumindest teilweise behoben werden soll. Bei deaktivierter Ortungsfunktion soll so die Datenbank gelöscht werden, was bislang nicht der Fall war. Außerdem soll die Datenbank an sich kleiner gehalten werden, also vermutlich nur noch einen bestimmten, kleineren Zeitraum erfassen. Eine Verschlüsselung der Daten mit der ein Auslesen durch Dritte verhindert werden kann, soll erst mit dem nächsten größeren Update eingeführt werden. In Florida haben inzwischen iPhone-Besitzer Klage gegen Apple eingereicht. Ziel ist ein Stopp der Datenerfassung und eine Erstattung des iPhone-Kaufpreises. Mit Wissen über die Datenspeicherung, so die Kläger, hätten sie ihre Geräte nie erworben.

Fazit: Apples Begründung, es handle sich nur um einen Programmierfehler und eine Geodatenerfassung sei nicht beabsichtigt gewesen, klingt für viele nicht überzeugend. Apples Ruf in Sachen Userdatenschutz hat mit der Angelegenheit massiven Schaden genommen. Die Beliebtheit von iPhone oder iPad 2 dürfte dieser Skandal jedoch nicht maßgeblich beeinflußen. Wenn Du über den Kauf von iPad 2 nachdenkst, lohnt sich ein Blick auf MacTrade – hier gibt es den aktuell günstigsten Preis für iPad 2.