DVB-T-Fernsehempfänger für das iPadWer auf dem iPad live fernsehen will, war bislang auf Apps angewiesen, die gegen eine monatliche Gebühr Live-Streams verschiedener Fernsehsender bereitstellen – so etwa die App Zattoo, über die wir bereits berichtet haben. Neben den laufenden Kosten hat diese Form Fernsehsender zu empfangen den Nachteil, dass die Verfügbarkeit eines WiFi-Netzes erforderlich und das Angebot aus lizenzrechtlichen Gründen oft nur aus Deutschland zugänglich ist. Wer unabhängig von solchen Einschränkungen sein will und sich mit dem lokal über Antenne verfügbare Angebot zufrieden gibt oder es gerade auf dieses abgesehen hat, der sollte über die Anschaffung eines externen DVB-T-Receivers nachdenken. Nach einer einmaligen, größeren Investition fallen dann auch kein lästigen Monatsgebühren mehr an.

Derzeit sind zwei verschiedene DVB-T-Tuner für iPad, iPhone oder iPod auf dem Markt, die beide auf der gleichen Hardware eines asiatischen Herstellers basieren. Lediglich durch die zugehörigen Bedienungs-Apps unterscheiden sie sich voneinander. Der Elgato Tivizen ist derzeit schon ab 94,90€ inklusive Versandkosten bei arktis erhältlich, der Equinux Tizi für 149,90€ bei gravis. Die Tuner empfangen das vor Ort verfügbare digitale terrestrische Fernsehen (DVB-T) und senden das Bild über ihr eigenes WiFi-Netz an das Gerät, auf dem Du fernsehen möchtest. Dein heimisches Drahtlosnetz ist dann auf dem iPad natürlich nicht verfügbar. Wenn Du beim Fernsehen mal schnell die Mails checken willst, musst Du erst relativ umständlich das Netzwerk wechseln. Für den dauerhaften Gebrauch zu Hause ist dieses System deshalb nur bedingt zu empfehlen. Ohnehin stehen aber ja in der eigenen Wohnung meist bessere Möglichkeiten des Fernsehempfangs zur Verfügung. Eine Akkuladung der mobilen Tuner reicht für etwa 3½ Stunden Fernsehgenuss. Auch per DVB-T übertragene Radiosender kannst Du mit den Geräten hören.

Im Gegensatz zur Tivizen-App kann Tizi durch Zugriff auf die Lokalisierungsfunktion des Geräts auf Informationen über vor Ort verfügbare Sender zurückgreifen und so die für den Suchlauf benötigte Zeit verkürzen. Die erstellte Senderliste lässt sich dann abspeichern und steht für eine spätere Fernsehnutzung zur Verfügung. Tivizen hingegen erstellt die Liste beim Start der App immer wieder neu, dafür werden die Programme automatisch in der in Deutschland üblichen Reihenfolge geordnet (Vollprogramme vorn, Spartenprogramme weiter hinten etc.). Eine individuelle Veränderung der Senderliste ist mit beiden Produkten möglich. Auch präsentieren beide Apps die durch DVB-T bereitgestellten Daten, wie Informationen zum laufenden und dem weiteren Programm der jeweiligen Sender und haben eine Aufnahmefunktion, mit der Sendungen aufgezeichnet werden können.
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Tivizen bietet auch eine Pausenfunktion, mit der das laufende Programm gestoppt und zu einem späteren Zeitpunkt weiter angesehen werden kann. Eine Besonderheit bei tizi ist das Umschalten von Vollbild in die Menüansicht durch Drehen des Geräts in die Hochkantposition. Tizi und Tivizen bieten im Großen und Ganzen die gleichen Features und unterscheiden sich so nur in Nuancen voneinander und die Hardware betreffen – wie bereits erwähnt – sogar überhaupt nicht.
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Fazit:
Wer auch dort auf seinem iPad fernsehen will, wo kein WiFi-Netz zur Verfügung steht, der sollte die Anschaffung eines DVB-T-Tuners in Erwägung ziehen. Ein solches Gerät bietet darüber hinaus Unabhängigkeit von laufenden Kosten und lizenzrechtlichen Einschränkungen. Es kann jedoch immer nur die lokal verfügbaren Sender empfangen.