Radfahren erfreut sich hierzulande großer Beliebtheit: Schätzungsweise 85 % der bundesdeutschen Haushalte sind im Besitz eines Fahrrades. Gerade Deutschland bietet in Europa mit einem Verkauf von etwa 4,3 Millionen Fahrrädern jährlich den zahlenmäßig größten Absatzmarkt. Mit Fahrradkarten, Routenplaner und Kompass sind längere Reisen auf zwei Rädern quer durch das Land inzwischen kein Problem mehr. Jenen, die auch auf dem Drahtesel auf ihr iPad oder iPhone nicht verzichten wollen, werden inzwischen einige Apps geboten, die bei der Planung und Orientierung vor und während der Fahrt eine große Hilfe sein können. Wir stellen Dir zwei von ihnen vor:

ADAC Fahrrad Tourenplaner DeutschlandADAC Fahrrad Tourenplaner Deutschland
Je nachdem, ob man als Citybiker, Rennfahrer oder Mountainbiker unterwegs ist, werden im ADAC Fahrrad Tourenplaner Deutschland dem Nutzer die entsprechend geeigneten Strecken angezeigt. So kann der Radler seine individuelle Route mit Hilfe detaillierter Beschreibungen sowie topographischer Karten im Maßstab 1:25000 zusammenstellen – ein äußerst hilfreicher Service für jede Tourplanung. Darüber hinaus werden zahlreiche Informationen zu Gaststätten, Aussichtspunkten und interessanten Sehenswürdigkeiten geboten. Das GPS-Signal ermöglicht stets eine genaue Positionsbestimmung auf der Karte. Ein besonderer Vorteil: Die Karten können jeweils vor Antritt einer neuen Tour auf dem iPad gespeichert und danach offline verwendet werden. Insgesamt stehen beim ADAC Fahrrad Routenplaner etwa 1500 Routen zur Verfügung – das ist allerdings durchaus noch ausbaufähig: Während in Bayern über 670 Touren angeboten werden, sind es in Schleswig-Holstein und im Saarland jeweils gerade einmal 15. Auf diverse Ergänzungen bei den nächsten Versionen darf man also hoffen. Die ADAC App für iPhone und iPad ist derzeit für 2,99 Euro im AppStore zu bekommen. Wer sie bis zum 31.7. käuflich erwirbt und dazu noch Telekom-Kunde ist, profitiert zusätzlich von einem integrierten Tachometer mit Höhenmeter und Kilometerzähler. Dass eines Tages alle App Nutzer von diesem sinnvollen Extra Gebrauch machen können, wäre durchaus wünschenswert.
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Naviki - das Fahrrad-Navi Naviki
Bereits 2009 wurde der Fahrrad-Navigator Naviki von der Fachhochschule Münster entwickelt – zunächst nur als Internetdienst. War der Service bis dato auf das Bundesgebiet beschränkt, soll das Kartenmaterial von Naviki im Rahmen eines 1,6 Mio. teuren Förderprojekts der EU nun auf ganz Europa ausgeweitet werden. Wann jedoch mit Hilfe der Naviki-App von Portugal bis nach Griechenland durchgeradelt werden kann, ist noch unklar: Das Projekt läuft erst seit Mai dieses Jahres. Für Touren innerhalb Deutschlands bietet jedoch die App jetzt schon einiges an: Auf Basis der Kartenvorlage von Google Maps und OpenStreetMap sowie einer speziellen Naviki-Straßenkarte kann der Nutzer eigene Streckennetze hochladen und damit zur Erweiterung der Angebotspalette fahrradtauglicher Routen beitragen. Start- und Zielangaben sind mit Hilfe des GPS-Signals möglich oder können auch manuell eingetragen werden. Je nach Wunsch wird dann die kürzeste oder die fahrradfreundlichste Strecke zum Routing angezeigt. Weitere Zusatzinfos wie Höhenmeter, Steigung, Fahrtlänge und geschätzte Fahrtzeit sind hilfreich für eine akribische Vorbereitung der Fahrradtour. Inzwischen kann die Zahl der dokumentierten Fahrradwege mit Insider-Tipps und Panorama-Empfehlungen durchaus beeindrucken. Wir sind gespannt, was uns bei der europäischen Variante von Naviki erwarten wird. Die App ist bei iTunes gratis für iPad und iPhone zu haben.
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Fazit:
Sowohl der ADAC Fahrrad Tourenplaner als auch Naviki lassen in Bezug auf Tourenplanung und -durchführung kaum etwas zu wünschen übrig: Der Umfang des verfügbaren Karten- und Streckenmaterials als auch die Auswahl ergänzender Informationen lassen keinen Radler hilf- und orientierungslos im Regen stehen. Vor dem ersten Tritt ins Pedal sollte jedoch nicht nur die Anschaffung einer geeigneten Fahrradhalterung für das iPad oder iPhone anstehen, auch für den nötigen Akku-Nachschub sollte unbedingt gesorgt werden – denn sonst radelt man vielleicht doch irgendwann buchstäblich im Dunkeln.